Knochengesänge II (2025) Waldgeflüster 🇩🇪 Germany
Das Klagelied der Krähen
Raureif klammert sich an Halme
Uber Feldern schnarren Krahen ihre Krahenpsalme
Von Verwesung und was tief in der Erde lauert,
die eine wahre Religion, die alles Leben uberdauert
Wieder habe ich 12 Monde verbracht
Wieder so getan, als hatte mir das nichts ausgemacht
Ein Wimpernschlag und es ziehen die Dekaden
Hin zu sternenloser Nacht, zu den letzten Gestaden
Jedes Feuerwerk hat seinen Zauber verloren
Der Quell des Lebens zu Essig vergoren‘
Einsame Jahre hangen in altersschwachen Gliedern
beklagt in den immer gleichen Liedern, wieder und wieder
Zu lange Herbst, zu lange welk
Leben wie ein Blatt zu Boden fallt
taumelnd und treibend, doch immer strebend
... dem Ende entgegen
Wenn der Schnee kommt und das Land bedeckt,
Der Wind nach Kalte und nach Lethe schmeckt
Was mit schwieligen Handen erschaffen, reißt es alles ein
lasst mich zwischen Wurzeln liegen und vergessen sein
Ziellos streifend durch Dezemberwalder
Letztlich blieben nur Ruinenfelder
einsame Tranen und zerfurchte Haut
zitternde Hande haben jedes Monument umsonst gebaut
Nie geschlagen eine verdammte Kerbe
In Yggdrasils Ranken als mein Erbe
Kein Harz, das aus Wunden tropft und quillt
Wenn mich die letzte Nacht umhullt
Nichts hat Bestand
Nichts hat Substanz
Zwischen Kafern und Wurmern erklingen die Krahenpsalme
Nichts hat Bestand
Nichts hat Substanz
Oh, wie sie alle Hoffnungen schnarrend zermalmen
Winterherz, January 2024
Frankfurt, 19.März
Rucksack geschultert, gelehnt an Mauer
Das Klimpern von Flaschen
Beide Mucke auf den Lauschern
Bei dir vermutlich was das ballert
Von weitem schon das Grinsen
Ne Umarmung, „Tut gut dich zu sehen“
Viel zu selten, dass es klappte,
Aber wenn dann wars zum Sterben schon
Erstmal Tegut und den Brand geloscht
Durch die Stadt beim ersten „Wie geht’s“
Schlenkerla und flussig Rauch gezischt
Dies und das und vom letzten Jahr erzahlt
Tag zu Nacht und Nacht zum Morgengrauen
Mit Freundschaft gesegnet
Hab gedacht das wurde alles uberdauern
Nie mit dem verfickten Krebs gerechnet
Ich meißel‘ deinen Namen in diesen Stein aus Ton
Ein Monument, Deklaration
Wie wir damals Abschied nahmen,
Als wir uns das letzte Mal in Bamberg sahen
Tommy...
Ich baue einen Schrein in meinem Herzen,
Weil es diese Erinnerungen wert sind
Mein Lachen mit Trauer bemalt
Weil deines nicht mehr durch den Ather hallt
Lange nichts gehort von dir
Anrufe ins Leere
Irgendwie hab ich’s gespurt,
Dass ich dich verlieren werde
Ein „Mach’s gut“ und „Ich komm bald wieder“
Ich war stumm, als ich reden sollte
Du lagst da, ein Schatten deiner selbst
Gab noch so viel was ich sagen wollte
Als ob du darauf gewartet hattest
verließ dich danach die Kraft
Selbst zu schwach, um zu horen
Was du mir bedeutet hast
Ich sah ihren Namen
und etwas zerbrach in mir
die Tranen, die dann kamen,
Zeugen vom nie Erlebten mit dir
Ich meißel‘ deinen Namen in diesen Stein aus Ton
Ein Monument, Deklaration
Wie wir damals Abschied nahmen,
Als wir uns das letzte Mal in Frankfurt sahen
Tommy...
Ich baue einen Schrein in meinem Herzen,
Weil es diese Erinnerungen wert sind
Mein Lachen mit Trauer bemalt,
Weil deines nicht mehr durch den Ather hallt
Auf einmal wunschte ich die Geschichten der alten Manner waren wahr
und du wurdest nicht nur Leere, sondern Frieden finden
Auf mich an gebogenen Tischen fur weitere ewige Nachte warten
Um wieder gemeinsam von billigen Rauschen zu singen
In Erinnerung an Tommy Karl, gestorben am 7.4.2022
Winterherz, Mai 2022
The little King and his architect
Barren woods return
My heart grows cold like the land
Through ripe summer moons, devoid of doubt
But like a thousand times before, dreams are reborn.
What if I awake from this slumber
And never ignited the flame
How can i burn myself into this reality
When I must serve kingdom and crown.
Always asking, always striving,
Giving with a full heart
But ever haunted by this shadow,
Never to create what will endure.
What if stone remains unchiseled?
No monuments of song and clay.
My poems words filled with lies,
Visions of the future in the king's eyes
And so as his architect, I quietly say:
Be the laughter I had hoped for myself
Be the spark that I'll leave behind
Burn yourself into all realities
Let hope be your guide.
Be the rock for the weary
Give from your fullest of hearts
But remember: Defy your blood
Seek out joy in the dark.
I can build your bridges,
But you must cross them on your own.
East or west, you must decide
And build your fire in the woods alone.
If ever you lose yourself,
Peer deep within,
Trust the constance of your heart
and may these words be a reminder
Wherever you go,
whichever path you choose
I am here, waiting for you
Wherever I go,
where the wind may blow,
search not for me,
here, my voice remains.
Austin Lunn & Winterherz
A Crusade in the dark
To vanish into the darkness
burning red like the sun
to hold the dusk at bay
for the forest's heart should live forever
A kingdom lying in ruins
torn down and rebuilt
What is left of all monuments
A distraction from solitude anyhow
Glaring and loud
Night reaching through windows, grasping for the shadows
As Hypnos defies me in these lonely hours
Thoughts crawling like spiders through dirt and broken dreams
Agony and longing fighting a crusade in the dark
Allies are marching on
with hopeful hearts in their hands
and ruins are all I can give
to a lonely king drowning in blood debt
Brittle bones can’t hold on
to a dream that shatters anyway
just a smokescreen not to feel
a romance in loneliness
Night reaching through windows, grasping for the shadows
As Hypnos defies me in these lonely hours
Thoughts crawling like spiders through dirt and broken dreams
Agony and longing fighting a crusade in the dark
Fear reaching like shadows
Cruel and dark like the earth
The last breath and it’s toll
Certainty of dust and ash
To sink like the moon into the sea
Yesterday pours into tomorrow into today
I drink of Lethe till I drown
Remorse and joy - all in vain
Winterherz & Austin Lunn
In Lethes Fluten
Sturzend, fallend, die letzten Fragen hallend
wo bin ich und wie kam ich hierhin
Die Seele wallend, an Monumente krallend
Ich bin nicht bereit fur den Weg der mir bestimmt
Wie soll ich von schwarzen Wassern trinken
Hande nicht nach Asten fassen
Ohne Reue in Lethes Fluten sinken
vom Nichts zu letzten Statten treiben lassen
Lethe, ich hor dein Locken durch die Zeiten
zwischen starren, klammen Fingern zerrinnt der Sand
gerahmt in Kindergekritzel, sieh hier meine ehrlichsten Zeilen
Der Fluch des Schaffenden, dass ich nie genug sein kann
Auch wenn mich davon noch viele Monde trennen,
fuhl ich mich am Fluch des Schaffenden zerbrechen
das eigene Werk nicht zu vollenden
Sowie die beißende Angst vorm Vergessen
Denn" was bleibt" ist was innerlich zerreißt
Ein heißes Fieber sich unsterblich zu machen
Ein Denkmal, das den eigenen Wert beweist,
und neue Funken des Entstehens zu entfachen
Ach, konnt ich kosten von Mnemosynes Quell
dem gequalten Geist Gewissheit geben
ob meine Seele oder ein Lachen, glockenhell
in ewigen Liedern durch die Zeiten leben
Wenn langst zu Staub zerfallen all meine Monumente
verstummt selbst das Echo meiner herbstlich‘ Klagen
Hoff ich das ein Funke immer noch bestande
meine Geschichten von Monden und Konigen in neue Herzen getragen
Wie soll ich von schwarzen Wassern trinken
Hande nicht nach Asten fassen
Ohne Reue in Lethes Fluten sinken
vom Nichts zu letzten Statten treiben lassen
Lethe, ich hor dein Locken hor dein Rufen
Der Fluch des Schaffenden, meine Pein
Die Essenz all meines Strebens, meines Suchens
Wenn ich schon vergessen muss, so lass mich nicht vergessen sein
Winterherz, Dezember 2021
Singing of Bones
Awoke full of sweat
the scream still remained
A hard pounding my chest
I’ll never sleep again
Dreams of winterwoods
The stars and their lonesome song
As clouds obscured the moon
Suddenly all hope was gone
Fog crept up from the ground
Like eternity
swallowing all sounds
As the reaper stood in front of me
A voice that sang like the end
asked me what I had done
my mouth dry of words
As the echo was long gone
It rattles marrow and stone
the singing of bones
Through my fragile bones the wind plays its final call
Can you hear its haunting song, are you ready to go
Have you created what needed to be done
Are your songs being played because you knew how to touch someone
Are your songs playing to bittersweetly dance to
I began to tremble
seized by lifeless hands so pale
he peered into my soul
as the snow silently fell
A question roaring in my ears
why the chill in your veins
is it my eternal embrace
or that you lived in vain
It rattles marrow and stone
the goddamn singing of bones
Through my fragile bones the wind plays its final call
Can you hear its haunting song, are you ready to go
Have you created what needed to be done
Are your songs being played because you knew how to touch someone
Are your songs playing to bittersweetly dance to
Are you still searching for the answer that evades death
that one monument to withstand my cold breath
But you can create until your fingers are cold and stiff
Someday your last song will be lost in the wind
Winterherz & Austin Lunn
The Parting Glass
Of all the money that e'er I had
I spent it in good company
And all the harm that e'er I did
Alas it was to none but me
And all I've done for want of wit
To mem'ry now I can't recall
So fill to me the parting glass
Good night and joy be to you all
Of all the comrades that e'er I had
They are sorry for my going away
And all the sweethearts that e'er I had
They'd wish me one more day to stay
But since it fell unto my lot
That I must rise and you must not
I gently rise and softly call
Good night and joy be to you all
Traditional